AM VERGANGENEN DIENSTAG, DEN 26. JUNI, BESUCHTEN WIR DEN ÜBERAUS INTERESSANTEN VORTRAG VON JOE POLAISCHER, BEIM JAGAWIRT AM RHEINISCHKOGEL
Hätte sich, Sepp Holzer diesen Vortrag angehört, hätte er erfahren können wie Fachleute den Begriff „Permakultur“ interpretieren. Dieser Vortrag hätte ihn erkennen lassen können, wie weit er von den permakulturellen Grundsätzen entfernt und wie wichtig der achtsame Umgang mit der Erde und den Menschen ist. Permakultur ist keine alternative Form der Landwirtschaft, wie Holzer mich glauben machen wollte.
Permakultur ist Anwendung ethischer Grundsätze. Ist Planung – angepasst an die jeweiligen Bedingungen – Gestaltung und Erhaltung zukunftsfähiger Lebensräume. Eine Nutzung der sozialen, ökologischen und ökonomischen Ressourcen. Wie schon in meinem Buch erwähnt, sind diese Begriffe für Sepp Holzer Theorie. Zumindest was die Vergangenheit anbelangt. Die Zukunft wird sich erst weisen aber es besteht natürlich die Hoffnung, dass Holzer aus seinen Fehlern gelernt hat, wenn er sie auch nie zugeben würden, trotz eines, seiner Leitsätze: „Fehler muss man eingestehen und sie nicht anderen zuschieben“
Meine Nichte und ich waren begeistert, was Joe mit seiner Frau Trish aus ihrem verwilderten, mit Stechginstern übersäten 24 Hektar großem Land, allein durch ihrer Hände Arbeit, geschaffen haben. Der Einsatz von Bagger oder sonstigen schweren Gerätschaften ist Joe fremd. Wir waren sehr beeindruckt, wie viel Bedeutung Joe, dem Erhalt des Humus beimisst und wie sorgfältig er mit seinem Grund und Boden umgeht. Joe versteht seine Tätigkeit, als Wiedergutmachung an der Natur. Ich war wiederum schwer betroffen, dass ich Holzer vorbehaltlos „werken“ ließ und nicht kapierte, welch gravierende Schäden er meinem Land zufügte.

....der ruhende Kriechhang vor Holzers Umgestaltung

.....der Hang nach der Umgestaltung

..... der Hang oberhalb des Hauses, vor Holzers Eingriff

.... der Hang nach dem Eingriff, der schwere Lehmboden zuoberst
Joe hat auf seinem schweren Lehmboden aufgebaut und nicht hineingebaut. Ist mit leisen Schritten aufgetreten, wie er uns erzählte. Holzer wettert zwar immer über die Monokulturen und den schweren Maschineneinsatz, was dazu führt, wie er sagt, dass sich der Boden verdichtet und erodiert. Er, und seine Baggereinsätze, richten jedoch weitaus größere Schäden an.
Die Nutzung der vorhandenen Ressourcen ist das Hauptziel der Permakultur.
Davon hatte Holzer zumindest 2002/2003 keine Ahnung, sonst hätte er wohl nicht meinen, seit Jahrzehnten bestehenden Bauerngarten und die Uhudlerlaube eingeebnet. Anstelle des alten Gartens, wurde ein "neuer Garten" errichtet. Selbstverständlich nur mit dem vorhandenen Lehmboden, ohne Zufuhr von Gartenerde und Humus, zum "Augenauswischen" abgedeckt mit Laub. Die vorhandene Gartenerde war, wie zuvor schon der Humus, eingebaggert worden.
Der Garten sowie der davor liegende, ebenfalls von Holzer angelegte, abschüssige Parkplatz, wurden teilweise mit vielen großen Steinen aus dem Steinbruch Fehring, begrenzt.

....mein seit Jahrzehnten bestehender, ertragreiche, eingebaggerte Hausgarten
der neue "Lehm-Garten", abgedeckt mit Laub.

im darauffolgenden Jahr haben wir, um das Unkraut einzudämmen, mit Stroh gemulcht

Im Frühjahr 2005 zäunte ich den "neuen Hausgarten" ein, um die spärlichen Erträge zu schützen

Die Rutschungen wurden immer massiver, sodass auch der Hausgarten davon betroffen wurde

Anläßlich einer Gutachtensbegehung fotografiert Holzer sein Werk

der von Holzer errichtete, abschüssige Parkplatz

Die beiden seit vielen Jahren, reich tragenden Uhudlerstöcke, welche hinter dem alten Hausgarten ein Laube bildeten, hat Holzer ausgegraben und links und rechts der Garage, lediglich in den vorhandenen Bauschutt, gesetzt. Hinter den Uhudlerstöcken kämpfen gepflanzte Kiwis, um Licht. Wenig, bis kein Ertrag, ist die Folge.

Seitlich des Hauses und im Innenhof wurden ebenfalls, in die Bauerde, Marillen- und Pfirsichbäume gesetzt und obwohl, ziemlich von der Hausmauer entfernt, zu Spalierbäumen erklärt. Die wenigen Bäume die überlebt haben, tragen keine einzige Frucht, wohingegen die Pfirsch- und Marillenbäume auf der Rückseite des Hauses, gut gedeihen und auch Früchte tragen. Grund dafür, dieser Teil wurde nicht umgebaggert.

in diesen schmalen Erdstreifen (zwischen Hausmauer und Pflasterung), ohne Gartenerde oder Humus, wurden Pfirsich-, Marillenbäume, Weinstöcke, Rosen, Lavendel, Stockrosen und Clematis gesetzt. Vieles hat naturgemäß nicht überlebt.

Spalierbäume viel zu weit von der Hausmauer entfernt, ohne jegliche Frucht

Wie schön dagegen fachgerecht gesetzte und geschnittene Spalierbäume, in diesem Falle Marillen auf 1.200 m Seehöhe tragen können, zeigen Ihnen folgende Bilder

Bei mir wurden einige Marillen- und Pfirschbäume auch Opfer des Dachschnees. Dies hätte verhindert werden können, wären sie näher zur Hausmauer gesetzt worden.

Wie viel bzw. wie wenig sich Holzer bei unserer Anlage Naturerlebnisland/Kinderbauernland Holzer/Barrada überlegt haben kann, zeigt ein weiteres Beispiele am gesetzten Kirschbaum unter zwei, seit vielen Jahren bestehenden, Zwetschkenbäumen.

oder
das Pflanzen einer Kornellkirsche, eines Nuss-, eines Kirsch-, eines Mispel-, eines Vogelbeer-, eines Pflaumen- und eines Apfelbaumes auf engstem Raum. Herr Holzer muss sich beim Setzen wohl schon gedacht haben, daß die Bedingungen schlecht und der Ausfall groß sein wird.
Aufgrund des hier herrschenden warmen Klimas, wurden von Holzer Terrassen angelegt, damit sich am Terrassenfuß die Feuchtigkeit halten kann. So erklärte er es zumindest. Warum die meisten Bäume dann auf die Terrassenkante gesetzt wurden, ist nach wie vor unverständlich. Dadurch ist die Beerntung, der vereinzelt tragenden Bäume, sehr beschwerlich, bis kaum möglich.

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Nach dem Vortrag haben wir lange über den Unterschied von Permakultur und Holzerscher Permakultur diskutiert und sind zur folgenden Erkenntnis gelangt. Permakultur, wie sie auch von Herrn Polaischer betrieben wird, ist ein jahrezehntelanger Prozess, dem eine hervorragende Planung zugrunde liegen muss. Permakultur muss gelebt und die permakulturellen Grundsätze müssen verstanden werden. Es bedarf eines großen Einsatzes und eines großen Idealismus. Den Satz „Die heile Welt und das Paradies gibt es nur, wo Menschen tagein, tagaus darum kämpfen“ habe ich in Joes Unterlagen gefunden.
Holzersche Permakultur ist, wie der Name schon sagt, die Kultur von Sepp Holzer. Für niemanden nachmachbar und nicht nachvollziehbar. Holzer lebt nicht von seinen Erträgen, sondern ausschließlich von Führungen und Vorträgen. Joe dagegen, versorgt sich selbst, ist autark. Holzer muss grossteils zukaufen, auch wenn er etwas anderes behauptet. Wie sehr sich Holzers Permakultur von der Permakultur nach Bill Mollison unterscheidet, sieht man auch am Beispiel Kompostklo.
Joes Kompostklos sind hygienische Toilettenhäuschen. Neben dem Toilettensitz befindet sich in einem Kübel das Pflanzenmaterial zum Abdecken und Kompostieren der Exremente, die in einem darunter liegenden, abgeschlossenen und uneinsichtbaren Behälter gesammelt werden. Der dadurch gewonnene Kompost, voll von Regenwürmern und nach frischer Erde riechend, wird wieder ausgebracht.
Holzers Kompostklo besteht aus einem Rundbau mit ca. 1,5 Meter Durchmesser, wobei dicke Baumstämme in den gewachsenen Boden gedrückt wurden. Das Klo, welches direkt neben dem Schweinestall liegt hat kein Dach, keine Tür und keine Möglichkeit die Exkremente zu kompostieren. Von den Besuchern wird erwartet, dass sie ihre Notdurft dort verrichten. Nach Benützung kann man, bei der etwas abschüssigen Lage des Klos hoffen, dass der Regen die Ausscheidungen wegschwemmt und die Sonne ihren Teil zur Zersetzung beiträgt. Ansonsten gibt es nur mehr die Möglichkeit, hohe Gummistiefel an die Besucher zu verteilen. Man kann von Glück sagen, dass das Kompostklo noch keiner Benützung zugeführt werden musste.

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Der größte Unterschied zwischen Permakultur nach Bill Mollison, Fukuoka, Holmgreen, Polaischer sowie vielen anderen und Sepp Holzer, liegt jedoch in der Düngung und im Einsatz von Chemikalien. Während erstere nur organischen Dünger verwenden, düngte Holzer illegalerweise, mit Unmengen von gefährlichem, mit Chemikalien belastetem Klärschlamm.
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